Schon vor mehr als 150 Jahren wurde in unserem Raum das Feuerlöschwesen unter einer zentralen Aufsicht oder Leitung
geführt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, außer dass die Art und die Form im Laufe der Zeit und
aufgrund der verschiedenen Gesellschaftsformen verändert hat.
Im Jahre 1858 bildet Penig nach dem verheerenden Sommerhochwasser der Mulde mit Zinnberg, Tauscha, Dittmannsdorf und
Chursdorf einen sogenannten „Feuerpolizei-Komissariats-Distrikt”, deren erster Kommissar der Peniger
Amtszimmermeister Zschunke wird. Diese Organisation gegen Feuer und andere Katastrophen führte 1860 in Penig u.a.
Kontrollen der Feuerungsanlagen, der Löschgeräte usw. durch.
Durch die Königliche Amtshauptmannschaft Rochlitz wurde beim Königlichen Gerichtsamt Penig im Jahre 1862 die
Einführung einer Feuerlöschordnung angemahnt. Diese Feuerlöschordnung wurde ein Jahr später erlassen
und mit ihr erhielten die Gemeinden im Verwaltungsbezirk die Auflage, Feuerlöschdirektoren und Stellvertreter zu
wählen.
Mit Bekanntmachung vom 20. März 1866 werden die Feuerlöschdirektoren und deren Stellvertreter im Verwaltungsbezirk
des Königlichen Gerichtsamtes Penig veröffentlicht.
Diese zentrale Aufsicht über die Spritzenbezirke (Arnsdorf, Chursdorf, Dittmannsdorf, Dürrengerbisdorf,
Groß- und Kleinschlaisdorf, Herrnsdorf und Uhlsdorf, Kaufungen, Langenleuba-Oberhain, Markersdorf, Wernsdorf, Ober-
und Niederelsdorf, Ober- und Niedersteinbach, Rochsburg, Tauscha, Thierbach, Wolkenburg, Zinnberg) kann man de facto als
erste Form einer einheitlichen Aufsicht betrachten.
Durch den Wegfall des Königlichen Gerichtsamtes Penig wurde die Beaufsichtigung von Rochlitz aus geführt. Dies
geschah im Prinzip bis zum Ende der DDR. Jedoch veränderte sich über die Zeit die Verwaltungsstruktur, so dass
nicht mehr alle o.g. Orte zum Rochlitzer Bereich gehörten.
In der Zeit der DDR wurden die örtlichen Feuerwehren in sogenannten Wirkungsbereichen zusammengefasst. Die Orte der
heutigen Gemeinde Penig, die sich im „Altkreis Rochlitz” befanden (Arnsdorf, Chursdorf, Markersdorf, Penig,
Tauscha, Thierbach, Zinnberg) waren in zwei Bereichen eingegliedert (Lunzenau und Penig). Die anderen Orte
(Langenleuba-Oberhain, Niedersteinbach, Obergräfenhain, Wernsdorf) gehörten zum „Altkreis Geithain”
und bildeten dort mit Rathendorf den Wirkungsbereich Langenleuba-Oberhain.
Die Entwicklung nach der politischen Wende des Jahres 1989
Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 03. Oktober 1990 wurde aufgrund der neuen Rechtsstellung und
der teilweise neuen Aufgaben eine neue Satzung für die Feuerwehren der Gemeinden benötigt. Diese wurden im Rahmen
der Kommunalen Selbstverwaltung dann durch die Gemeindevertreter beschlossen.
Im Zuge der neuen Gesetze wurden die Wirkungsbereiche aufgelöst und an deren Stelle traten die Bereiche der
Stellvertretenden Kreisbrandmeister. Für unsere Orte im „Altkreis Rochlitz” ist das der
„Stellvertreterbereich Lunzenau”. Der hier bis heute arbeitende Stv. Kreisbrandmeister ist der Kamerad
Oberbrandinspektor Stefan Frommhold aus der Stadtfeuerwehr Lunzenau.
Durch die Umsetzung der Kreisreform im Jahre 1994 im Freistaat Sachsen kamen nunmehr auch die anderen Orte der heutigen
Gemeinde Penig zum nun entstandenen Landkreis Mittweida.
Der Beginn des Entstehens einer Gemeindefeuerwehr in Penig
Mit der Eingemeindung der Orte Arnsdorf und Amerika in die Stadt Penig am 01.01.1994 gab es nun erstmalig zwei Feuerwehren
in der Gemeinde Penig. Dieses Datum begründet vom Grundsatz her die Gemeindefeuerwehr Penig.
Da man mit einer solchen Konstellation bisher noch keine Erfahrungen hatte, versuchte man zunächst die Ortsfeuerwehr
Arnsdorf/Amerika als „Kommandostelle Arnsdorf” unter der Gesamtführung des Wehrleiters der Freiwilligen
Feuerwehr Penig, Kamerad Brandinspektor Jochen Sparschuh, in die Feuerwehr Penig einzugliedern. Diese Organisationsform
begann sehr schnell zu scheitern, da die Mentalität der Kameraden von Stadt und Land viel zu verschieden waren.
Durch Einwirken des Bürgermeisters Thomas Eulenberger und des Ortschaftsrates von Arnsdorf konnte ein Zerfall der
Freiwilligen Feuerwehr Arnsdorf/Amerika verhindert werden. Von da an wurden die beiden Feuerwehren zwar unter der
Gesamtleitung von Kam. Sparschuh geführt, aber jede Wehr hatte ihre eigene eigenständige und für sich selbst
verantwortliche Wehrleitung.
Aus den Reihen der beiden Wehren wurden Feuerwehrausschüsse gebildet, die wiederum gemeinsam die Belange der beiden
Feuerwehren mitbestimmten. Dies stellte den ersten Gemeindefeuerwehrausschuss dar. Mit dieser Konstellation arbeitete man
bis zum Jahr 1999.
Die Gemeindegebietsreform von 1999
Im Freistaat Sachsen wurde 1999 die Gemeindegebietsreform durchgeführt, bei der kleine Gemeinden in größere
Gemeinden eingemeindet wurden. Eine Alternative im Zuge der Reform war die Bildung von Verwaltungsgemeinschaften.
Im Bereich Penig erfolgte hierbei die Eingemeindung von fünf Orten (Chursdorf, Markersdorf, Tauscha, Thierbach,
Zinnberg). Diese unterhielten vier Freiwillige Feuerwehren.
Aus den nun sechs Feuerwehren der Gemeinde Penig wurde mit einer neuen Satzung die Gemeindefeuerwehr Penig geschaffen. Mit
den Erfahrungen, die man in den Jahren 1994 bis 1998 gesammelt hatte, sicherte man den einzelnen Wehren weiterhin ihre
Selbständigkeit zu.
Auf der Grundlage der neuen Satzung wurde im gleichen Jahr der Gemeindewehrleiter und sein Stellvertreter gewählt Dies
waren die Kameraden Brandinspektor Jochen Sparschuh (FF Penig) und Oberbrandmeister Frank Weiser (FF Tauscha).
Zugleich wurde der Feuerwehrausschuss in der Form neu organisiert, dass jede Ortswehr zwei Vertreter dort hinein wählte.
Die Gemeindefeuerwehr von Langensteinbach
Die Gemeinde Langensteinbach entstand zunächst aus den Orten Langenleuba-Oberhain, Niedersteinbach und Wernsdorf. Im
Jahre 1996 kam dann noch Obergräfenhain hinzu. Diese Orte hatten jeder für sich eine eigene Feuerwehr. Jedoch
wurde die Wehr in Wernsdorf im Jahre 1995 geschlossen, so dass die verbleibenden drei Wehren im weiteren Verlauf offiziell
die Gemeindefeuerwehr Langensteinbach bildeten. Dabei wurde zunächst ohne Gemeindewehrleitung zusammengearbeitet. Erst
auf Drängen des Kreisbrandmeisters wurde sie ca. 1998 gebildet. Zum Gemeindewehrleiter wurde Kamerad Jürgen
Sparborth (FF Langenleuba-Oberhain) und zu seinem Stellvertreter Kamerad Holger Spreer (FF Obergräfenhain) gewählt.
Aufgrund von finanziellen Problemen wurde die Gemeinde Langensteinbach mit Wirkung vom 01. Januar 2003 in die Stadt Penig,
mit der sie bis dahin eine Verwaltungsgemeinschaft unterhielt, eingemeindet. Somit hörte ab diesem Tag die
Gemeindefeuerwehr auf zu existieren. Der Gemeindewehrleiter beendete zeitgleich aus persönlichen Gründen seinen
Dienst in der Feuerwehr.
Die Gemeindefeuerwehr wird die größte Feuerwehr im Landkreis Mittweida
Das Resultat der Eingemeindung war natürlich, dass auch diese drei Feuerwehren zur Gemeindefeuerwehr Penig hinzukamen.
Die ab diesem Tag größte „Flächengemeinde” des Landkreises Mittweida hatte nunmehr eine
Gesamtwehr mit neun Ortsfeuerwehren, mit fast 400 Kameradinnen und Kameraden sowie mit 15 Fahrzeugen und zehn
Gerätehäusern. Diese große Wehr galt es nun weiter so zu führen, dass die Belange von allen
Berücksichtigung finden.
Im Jahre 2003 wurde die neue Satzung der Feuerwehr Penig durch den Stadtrat auf den Weg gebracht. Mit ihr bilden alle
neun Feuerwehren die „Freiwillige Feuerwehr Penig” und jede einzelne Feuerwehr erhielt den Status einer
Ortsfeuerwehr. Für den Gemeindefeuerwehrausschuss kam die Neuerung hinzu, dass je ein Vertreter der
„Jugendfeuerwehrwarte” und der „Leiter der Alters-/Ehrenabteilungen” in diesem Gremium mitarbeiten.
Somit hat der Ausschuss derzeit eine Stärke von 20 Feuerwehrangehörigen. Weiterhin gehört natürlich der
Bürgermeister der Stadt Penig und ein Schriftführer zu jeder Sitzung.
Im März 2004 stand dann die Wahl eines neuen Gemeindewehrleiters an. Kamerad Jochen Sparschuh, bereits 67 Jahre alt
und seit 1961 (damit seit insgesamt 43 Jahren) in Leitungsverantwortung in Penig, stellte sich nicht mehr zur Verfügung.
Es wurde bereits in 2003 ein Nachfolger gesucht und mit dem Ortswehrleiter der FF Zinnberg/Thierbach Kamerad Brandmeister
Michael Dietrich gefunden. Im Zuge der Wahl wurde der Ortswehrleiter der FF Arnsdorf/Amerika Kamerad Brandmeister Thomas
Cramer zu seinem Stellvertreter bestimmt. Die Gemeindewehrleitung war mit dem Stadtratsbeschluss vom 18.03.2004 ab dem
01.04.2004 im Amt.
Um die Gemeindefeuerwehr Penig für die Zukunft fit zu machen, die Ausrüstung der neun Ortsfeuerwehren
aufeinander abzustimmen und damit eine „Überausrüstung” zu vermeiden und in eine zukunftsträchtige
Linie zu bringen, wurde durch den Gemeindefeuerwehrausschuss noch unter der alten Leitung angeregt eine „Mittelfristige
Planung” zu entwickeln. Der Entwurf dieser Konzeption konnte der Stadtverwaltung nach intensiver Arbeit Ende Juni 2004
vorgelegt werden. Ziel war dabei neben dem durch den Bürgermeister der Stadt Penig vorgegebenen Erhalt der neun Wehren
und unter Maßgabe, dass Finanzen im Schwerpunkt für die mobile Ausrüstung aufgewandt werden, die
zielgerichtete und aufeinander abgestimmte Ausstattung jedes einzelnen. Während die Diskussionen dazu noch andauerten,
setzte der Freistaat Sachsen am 01.01.2005 das neue „Brandschutz-/Rettungsdienst und Katastrophenschutzgesetz” in Kraft.
Der dort geforderte Brandschutzbedarfsplan wurde dann im Frühjahr 2006 begonnen zu erarbeiten. In diesen flossen eine ganze
Reihe von Überlegungen der zuvor fertiggestellten Planung mit ein, so dass im Frühjahr 2007 der Plan als Entwurf
fertiggestellt werden. Der notwendige Beschluss des Stadtrates zum Brandschutzbedarfsplan ist am 05. Juli 2007 erfolgt.
Am 06.03.2009 fand um 19:00 Uhr die erste gemeinsame Jahreshauptversammlung der Gemeindefeuerwehr Penig im Schützenhaus Penig statt. Vor über 200 Feuerwehrangehörigen
konnte Oberbrandmeister M. Dietrich den Rechenschaftsbericht über die Arbeit der gesamten Feuerwehr der Gemeinde Penig abgeben. Ein weiterer wichtiger Eckpunkt des Jahres 2009
war die Überarbeitung der Feuerwehrsatzung. Nach gemeinsamer Erarbeitung mit allen Wehrleitern der Gemeinde und der Stadtverwaltung wurde am 02.07.2009 diese Satzung mit Beschluss
im Stadtrat in Kraft gesetzt werden.
Zur Jahreshauptversammlung am 26.03.2010 der Gemeindefeuerwehr Penig stand die Wahl einer neuen Gemeindewehrleitung durch alle
Aktiven Angehörigen der Feuerwehr auf der Tagesordnung. Kamerad Oberbrandmeister Michael Dietrich stellte sich nicht mehr zur Verfügung.
Im Zuge der Wahl wurde der bisherige stellvertretende Gemeindewehrleiter Kamerad Oberbrandmeister Thomas Cramer zu seinem Nachfolger gewählt.
Der dazu notwendige Stadtratsbeschluss erfolgte am 08.04.2010.
Die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Penig
Zusammen mit der Gemeindefeuerwehr Penig wurden auch die derzeit vier Jugendfeuerwehren auf der Führungsebene
näher aneinandergerückt. So hat der Gemeindejugendwart Mitspracherecht im Gemeindefeuerwehrausschuss und vertritt
die Jugendwehren nach Außen.
Gemeindejugendwart Penig: 2003 - heute Detlef Strobel (FF Obergräfenhain)
Gemeindewehrleiter und Stellvertreter der Feuerwehr Penig
1994
-
2004
Jochen Sparschuh (FF Penig) Frank Weiser (FF Tauscha)
2004
-
2010
Michael Dietrich (FF Zinnberg/Thierbach) Thomas Cramer (FF Arnsdorf/Amerika)
2010
-
Thomas Cramer (FF Arnsdorf/Amerika) Eberhardt Trimbach (FF Niedersteinbach)
Verantwortlich für die Pflege und den Inhalt ist die Wehrleitung der Gemeindefeuerwehr, E-Mail: gfw-info@gfw-penig.de